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Coco erzählt aus seinem Leben im Zoo

Hallo liebe Kinder,
ich heiße Coco und bin ein Schimpanse, der in einem Zoo lebt. Einige von euch haben mich vielleicht sogar schon einmal dort gesehen. Ich weiß, ihr mögt den Zoo wahrscheinlich, weil ihr gern die vielen Tiere dort beobachtet. Aber wisst ihr, ich mag den Zoo überhaupt nicht. Ich möchte euch erzählen, warum das so ist.

undefined Schimpanse Coco

Ich habe dort kein Privatleben und ich werde den ganzen Tag nur angestarrt. Stellt euch einmal vor, ihr kommt in eine neue Schulklasse, ihr kennt niemanden und alle anderen Kinder stellen sich plötzlich um euch herum und starren euch an, lachen und zeigen mit dem Finger auf euch. Wie würdet ihr euch dann fühlen? Und genauso geht es mir jeden Tag. Ich kann mich nicht einmal am Kopf kratzen, ohne dass irgendeine Bemerkung kommt, wie „Guck mal, der kratzt sich am Kopf“. Als wenn das etwas so Besonderes wäre. Und dann versuchen es einige noch nachzuahmen. Sie fangen dann an, herumzuzappeln, sich unter den Achseln zu kratzen und irgendwelche Töne von sich zu geben. Ich finde das nicht gut, weil es mir dann so vorkommt, als wenn sich die Leute über mich lustig machen. Ich kann mich dann auch nicht einfach verstecken, weil die Affengehege oft so eingerichtet sind, dass man mich immer sehen kann. Die Zoobesitzer möchten ja Geld mit mir verdienen.

Viele Menschen möchten mich auch füttern und werfen mir Bonbons und Popcorn durch das Gitter.

Aber das ist für meine Zähne genauso ungesund wie für eure und in der freien Natur, da wachsen ja die Süßigkeiten auch nicht an Bäumen. Ich bekomme auch Bauchschmerzen von solchen Dingen und kann richtig krank werden. Das ist alles nicht schön, und ich würde viel lieber draußen in der Freiheit mit meinen Freunden durch die Baumkronen springen.

Genauso wir mir geht es auch den anderen Tieren im Zoo. Vielleicht hast du schon einmal gesehen, dass Tiger oder Löwen immer am Gitter hin- und herlaufen. Es geht ihnen dann nicht gut, denn die meisten Tiere legen in der freien Wildbahn oft viele Kilometer am Tag zurück, und das können sie natürlich im Zoo nicht.

Wenn ihr uns helfen möchtet, dann geht am Wochenende und in den Ferien mit euren Eltern lieber ins Kino, in den Freizeitpark oder ins Schwimmbad statt in den Zoo.

 

Text und Foto: animal public e.V.