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Wilde Natur im Elb-Havel-Winkel

Im nördlichen Sachsen-Anhalt zwischen Elbe und Havel verbrachten die Tierschutzferien- Teilnehmer am Kamerner See eine aktive Ferienwoche.Das Grüne Haus fungierte als Unterkunft und Seminarstation gleicher maßen. Die geräumige Küche ließ keine Wünsche offen, um für die Gruppe ordentlich kochen zu können.
Es halfen viele Hände, um regelmäßig ein leckeres Essen auf den Tisch zu bringen.

undefined Fledermauserkundung mit dem Kanu

Der eigene Seezugang wurde natürlich rege genutzt und mit den zur Verfügung stehenden Kanus die Umgebung entdeckt. Abends konnte man wunderbar die Fledermäuse bei der Insektenjagd beobachten. Die vom See abführenden Wassergräben sind Verbindungslinien zur Elbe. Wunderschöne, Natur belassene Wasserstraßen mit umgefallenen Bäumen, Teich- und Seerosen, Biberbauten und einer bunten Vogelwelt, die in den teils toten Bäumen geeignete Lebens-möglichkeiten haben, erwarten den Kanufahrer. Selbst der Eisvogel ist dort zu Hause. Bei einer Tour in der Dämmerung brach eine komplette Waschbärenfamilie aus dem Ufergebüsch und lief am Wasser entlang. Etliche Biber schwammen vor und neben dem Kanu, ohne den Menschen zu entdecken. Sie sehen nicht besonders gut aber die Wasserschwingungen bemerkten sie sofort, wenn das Paddel eintauchte. Dann tauchten sie sofort ab und patschten mit dem Schwanz auf die Wasseroberfläche, um die anderen zu warnen. Das ist Abenteuer pur und trotz der vielen Insektenstiche, die natürlich nicht ausbleiben, ein unbeschreibliches Erlebnis.

undefined Lebensräume erkunden

Die ausgewaschenen Uferbereiche geben Baumwurzeln frei und man glaubt, in den Mangroven zu sein. Ab und zu sind aufgebrochene Teichmuscheln zu sehen, die sich wahrscheinlich Waschbären einverleibten. Viele Fischarten gibt es hier noch, die woanders kaum mehr zu finden sind. Das Leben im und am Wasser wurde per Mikroskop im Labor genauestens untersucht und geheime Welten eröffneten sich dabei.

Bei der Walderkundung ließen sich Ringelnatter, Fledermaus und Frosch erspähen. Spuren von Bibern, die junge Bäume abschälten oder zu Fall brachten. Tothölzer und Benjeshecken die für viele Tierarten geeignete Wohnstätten anbieten, sowie das Netzwerk des Waldes wurden vom Förster erklärt.

undefined Besuch einer Straußenfarm

In Großderschau wurde eine kleine Straußenfarm besichtigt. Die Tiere waren alle entspannt und neugierig auf die Besucher. Es gab 4 Paare, die ihre Eier selbst ausbrüten durften. Nicht zu glauben, wenn man die vier Wochen alten Jungtiere sieht und mit den Einjährigen vergleicht, dass ein Tier so schnell so riesig werden kann. Es waren große Gehege und Unterstände vorhanden und die Tiere sahen zufrieden aus. Weiterhin sind noch Schafe, Kaninchen und Puten – alles vom Aussterben bedrohte Rassen – am Grasen, Scharren oder Mümmeln. Ein schönes Hobby des Betreibers der Farm.

Im Grünen Haus ist eine alternative Einstellung Programm, deshalb passt es auch so gut zu unserem Ferienprojekt. Ein großer Raum für die Vorträge und Filmbeiträge stand zur Verfügung und sogar ein Klavier, für die musisch Begabten. Es wurden schöne Handytaschen und Bilder gefilzt, was viel Kraft und Geduld erforderte. Die tierschutzfreie Zeit wurde mit sportlichen Aktivitäten oder einem Werwölfe-Abend am Lagerfeuer verbracht.

Ein Bericht von Elfriede Ishak, aktion tier-Geschäftsstelle München