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Straßenhunde

In Deutschland gibt es zum Glück keine Hunde, die auf sich allein gestellt ohne Herrchen oder Frauchen das ganze Jahr über im Freien leben. Im Ausland sieht das schon anders aus. Ihr habt sie bestimmt schon selbst im Urlaub gesehen - die manchmal ungepflegt aussehenden Hunde, die am Strand nach etwas Fressbarem suchen oder in der Hotelanlage die Gäste anbetteln. Diese Vierbeiner laufen durch den dicksten Straßenverkehr, stöbern im Müll oder liegen am Strand in der Sonne. Manche sind dünn und krank, haben struppiges Fell und die eine oder andere Wunde. Auf jeden Fall werden Straßenhunde immer von lästigen Parasiten wie Flöhen und Läusen geplagt.

Woher kommen die Hunde?

undefined Straßenhunde leben oft in Rudeln

Straßenhunde sind mehr oder weniger verwilderte, ehemalige Haushunde und deren Nachkommen. Die meisten Straßenhunde wurden von ihren Besitzern ausgesetzt, weil diese sie nicht mehr behalten wollten. Vielleicht war der Hund alt und krank oder die Hündin war trächtig oder man wollte einfach nur in Urlaub fahren. Einen Hund irgendwo auszusetzen ist „hundsgemein“. Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund und auch keine Entschuldigung!

undefined Junge Straßenhunde haben oft nur Müll als Spielzeug

Ohne die gewohnten Menschen in einer völlig fremden Umgebung sind diese ausgesetzten Hunde erst einmal total verstört, suchen verzweifelt nach ihrem Zuhause, sind irgendwann nur noch hungrig und müde. Sie verkriechen sich in einer Ruine, in einem Wäldchen oder auf einem verlassenen Grundstück, treffen vielleicht andere Straßenhunde die ihnen zeigen, wo es etwas zu Fressen gibt. Wenn sie nicht kastriert sind (also unfruchtbar gemacht wurden), vermehren sich die Straßenhunde natürlich ständig. Die Hündinnen bekommen bis zu 2 x pro Jahr Nachwuchs. Ihre Welpen wachsen auf der Straße heran, sind dieses Leben gewohnt und sozusagen echte „Outdoor-Profis“.

Geht es den Straßenhunden immer schlecht?
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Vielleicht sollten wir unsere Vorstellung von „ordentlicher Heimtierhaltung“ einmal beiseitelegen. „Hund-Herrchen-Heim“ ist nur eine Möglichkeit von vielen. Wichtig ist doch, ob es den Tieren vor Ort gut geht. Straßenhunde leben gefährlicher und werden mit Sicherheit auch nicht so alt wie unsere behüteten Haushunde. Dennoch haben sie häufig einen festen Platz und Schutz in ihrem Rudel sowie eine dauerhafte Stelle, wo sie gefüttert werden. Kann es sein, dass so ein Straßenhund sein freies Leben genießt? Denk` einfach mal darüber nach und vor allem: Schau` ganz genau hin! Nur weil etwas anders ist als bei uns muss es nicht unbedingt schlecht sein.

undefined … lieber an Ort und Stelle schmusen und füttern

Oft sind wir als Touristen im Urlaubsland darüber entsetzt, dass Hunde auf der Straße leben. Wir möchten am liebsten alle einsammeln und mitnehmen. Aber das sollte man sich wirklich gut überlegen, sonst bekommt man an der Grenze gewaltigen Ärger. Bringt man einen Hund aus dem Urlaub mit, muss man die deutschen Einreisebestimmungen beachten: Der Hund benötigt eine Kennzeichnung mit einem Microchip und muss einen EU- Heimtierpass haben, in dem die Chipnummer eingetragen ist. Außerdem braucht er eine Impfung gegen Tollwut von einem Tierarzt im Urlaubsland, die bei der Einreise nach Deutschland mindestens 21 Tage alt ist. Diesen Abstand bekommt man also nur hin, wenn man gleich am ersten Tag seines dreiwöchigen Urlaubs den Straßenhund impfen lässt. Findet man am letzten Urlaubstag einen Hund, klappt das alles nicht mehr. Also besser „Hände weg“ von unüberlegten Rettungsaktionen. Denn wer bei dem Versuch erwischt wird, einen Hund ohne gültige Impfung und Heimtierpass nach Deutschland einzuschmuggeln, muss mit hohen Strafen rechnen. Außerdem wird der Vierbeiner vom Zoll beschlagnahmt und auf Kosten des „Schmugglers“ in Quarantäne gesetzt. Außerdem sitzen in unseren Tierheimen auch Tausende von Hunden, die sehnlichst darauf warten, „gerettet“ zu werden.

Wie kannst Du den Straßenhunden helfen?
undefined Eine Futterspende an Ort und Stelle hilft unmittelbar

Einem verletzten Straßenhund sollte man möglichst immer und sofort helfen. Auch im Ausland gibt es überall Tierärzte, die den Hund verarzten können. Hier bekommst Du auch Mittel gegen Parasiten, die du dem Straßenhund auf die Haut geben kannst, damit er wenigstens für ein paar Woche Ruhe vor Zecken, Flöhen und Milben hat.

Oft haben diese Hunde zwar kein richtiges Zuhause bei einer Familie aber dennoch einen festen Futterplatz, wo sie von Tierfreunden regelmäßig Nahrung erhalten. Wenn man so einen Futterplatz findet kann man im Supermarkt Hundefutter kaufen und dort hinstellen. Die einheimischen Hundefreunde können das Futter dann Stück für Stück verteilen. Außerdem freuen sich Straßenhunde in warmen Ländern immer über frisches Wasser (natürlich Süßwasser und nicht aus dem Meer), das du leicht für sie besorgen kannst.

Wie hilft aktion tier den Straßenhunden?
undefined Auf Teneriffa landen häufig Podencos (spanischer Windhund) auf der Straße

Es ist sehr schwer, als Deutscher Tierschutzverein im Ausland tätig zu werden. In anderen Ländern gelten andere Gesetze und oft sind die Rechte der Tiere dort sehr klein. In Deutschland darf man Tiere zum Beispiel nicht quälen und auch nicht einfach so auf der Straße aussetzen, wenn man sie loswerden möchte. Im Ausland ist das anders, deshalb werden dort auch mehr Hunde ausgesetzt als in Deutschland. Auf der spanischen Insel Teneriffa gibt es auch sehr viele ausgesetzte Straßenhunde. Wir wissen das, weil wir dort ein großes Tierheim betreiben und uns immer wieder alleingelassene Hunde gebracht werden. Durch intensive Gespräche mit der Inselverwaltung konnten wir schließlich erreichen, dass das Aussetzen unter Strafe gestellt wurde. Wer nun auf Teneriffa seinen Hund rauswirft und dabei erwischt wird, muss viele hundert Euro bezahlen. Die Menschen haben Angst vor der Strafe und überlegen jetzt auch genauer, ob sie sich überhaupt einen Hund anschaffen sollen. Seit Einführung dieses neuen Gesetzes werden wesentlich weniger Hunde auf der Insel ausgesetzt und entsprechend wird die Anzahl der Straßenhunde auch langsam zurück gehen.