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Straßenkatze

undefined scheue Straßenkatze

Als Straßenkatzen werden ehemalige Hauskatzen und ihre Nachkommen bezeichnet, die weder einen Besitzer noch ein Zuhause haben und ganzjährig draußen leben. Straßenkatzen sind verwilderte Haustiere und keine Wildtiere wie die originale Wildkatze (Felis silvestris). Anders als unsere zahmen, verschmusten Hauskatzen sind echte Straßenkatzen wild und scheu. Sie lassen sich weder anfassen noch in der Wohnung halten. Verwilderte Hauskatzen sind sehr ortstreu und scheue Straßenkatze bleiben immer in der Nähe des Menschen.

In fast jedem südlichen Urlaubsland gehören Straßenkatzen zum Stadtbild. Sie sind oft sehr mager, manchmal auch krank oder verletzt. Viele Menschen wissen nicht, dass auch überall in Deutschland verwilderte Hauskatzen leben. Sie denken, dass diese Tiere einen Besitzer und ein Zuhause haben und nur mal für ein paar Stunden draußen unterwegs sind. Dabei gibt es in Deutschland mehrere Millionen freilebende, verwilderte Hauskatzen. Gemäß Schätzungen von aktion tier leben allein in Berlin bis zu 35.000 Straßenkatzen.

Man findet sie meist in Gruppen zum Beispiel an Krankenhäusern, in Parks oder auf Friedhöfen, auf Kasernen- oder Firmengeländen, in Hinterhöfen oder auf Bauern- und Reiterhöfen. Das Leben einer Straßenkatze ist hart und gefährlich. Diese Tiere sind immer hungrig, leiden teilweise unter starkem Parasitenbefall (Läuse, Zecken, Milben, Flöhe) und an verschiedenen Krankheiten. Verletzungen sind fast an der Tagesordnung und auch der Straßenverkehr fordert viele Opfer.


Woher kommen die vielen Straßenkatzen

 Sehr oft werden Katzen von ihren Besitzer ausgesetzt, weil sie plötzlich unerwünscht sind, zu teuer werden oder weil die Besitzer zum Beispiel in Urlaub fahren möchten. So plötzlich ohne Zuhause sind diese Katzen völlig verstört und ängstlich. Sie trauen keinem Menschen mehr, schließen sich anderen Straßenkatzen an und verwildern schnell.

 Auch die nicht kastrierten, privaten Hauskater tragen zur Vermehrung der Straßenkatzen bei, wenn ihre Menschen sie ins Freie lassen und sie sich mit den wilden Straßenkatzen paaren. Deshalb bitte aktion tier alle Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen! Denn jede kastrierte Katze bedeutet weniger Katzenelend!

 Trotz der harten Lebensumstände vermehren sich auch die unkastrierten Straßenkatzen ständig. Eine Katze kann schließlich bis zu 3 x im Jahr zwischen 4 und 6 Junge zur Welt bringen.

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Wie hilft aktion tier den Straßenkatzen? Um das Elend der Straßenkatzen zu mindern hat aktion tier im Jahr 2002 sein bundesweites Straßenkatzenprojekt KITTY ins Leben gerufen. Schwerpunkt des Projekts ist die Kastration wildlebender Katzen, damit sich diese nicht weiter vermehren. Derzeit schaffen wir bundesweit ca. 4.000 Kastrationen pro Jahr.


Wie funktioniert das Projekt KITTY zum Beispiel in Berlin

Meistens bitten uns Menschen um Hilfe, die Straßenkatzen füttern. Ihr Geld reicht oft nur für Futter, nicht aber für die dringend notwendigen Kastrationen. Am Anfang steht das Einfangen der scheuen Tiere mit Lebendfallen. Das erledigt unser Katzenfänger Andreas Jörschke. Andreas ist der einzige hauptamtliche Katzenfänger Deutschlands. Die gefangenen Katzen werden in Transportkörbe umgesetzt und mit Tüchern abgedeckt, damit sie sich beruhigen.


Katzenfänger Jörschke stellt
Lebendfalle auf

    
Gefangene Straßenkatze
    
Transport zur Kitty Station

Dann geht es zur KITTY- Station. Hier hat jede Katze ihren eigenen Käfig und erhält ihren persönlichen KITTY- Pass mit allen Daten und tierärztlichen Behandlungen. Zweimal pro Woche kommt eine KITTY-Tierärztin in die Station. Sie untersucht und behandelt jedes Tier. Alle Katzen ab 2 kg Körpergewicht werden kastriert. Manchmal sind neben den Kastrationen auch Augenoperationen oder Wundbehandlungen fällig. Alle kranken und verletzten Tiere werden in unserer Station gepflegt. Die genesenen und kastrierten Katzen werden dann wieder an ihrer Futterstelle freigelassen.


In der Kitty Station

    
Straßenkatze in ihrer Box
    
Untersuchung einer
Straßenkatze
undefined Betreute Futterstellen

Betreute Futterstellen

Täglich füttern und betreuen etwa 240 ehrenamtliche KITTY- Helfer an 350 Stellen in ganz Berlin über 3.000 Straßenkatzen. Die regelmäßig gefütterten Straßenkatzen sind weniger anfällig gegen Krankheiten. Außerdem können an den Futterstellen schnell unkastrierte Katzen, die neu auftauchen, eingefangen werden. Über unsere KITTY-Station erhalten die Katzenbetreuer Nass- und Trockenfutter für die Straßenkatzen. Außerdem stellt KITTY- Berlin pro Jahr etwa 250 Schlafhäuschen zur Verfügung.